Arbeitslose und Rentner
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Dürfen Arbeitslose & Rentner einem Nebenjob ohne Weiteres nachgehen?Viele Rentner und Arbeitslose haben im Monat nur sehr wenig Geld zur Verfügung und sind auf einen Nebenverdienst angewiesen. Aber Vorsicht! Wer Verdienstgrenzen nicht beachtet, dem werden die Bezüge gestrichen. |
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Arbeitslose im Nebenjob
Arbeitslose dürfen einem Nebenjob nachgehen, ohne dass sich an ihrem Status als Arbeitslose etwas ändert. Sie sollten jedoch genau beachten wie viel Sie sich zu Ihrem Arbeitslosengeld dazu verdienen dürfen, ohne dass Ihnen die Leistungen gekürzt oder gestrichen werden. Bei einem Zusatzverdienst von 400 € pro Monat dürfen Sie als ALG II-Empfänger 100€ als Freibetrag plus 20% (also insgesamt etwa 160 €) behalten. Als ALG I-Empfänger beträgt der Freibetrag 165€ bzw. 20% des Arbeitslosengeldes. Der Rest wird auf Ihr Arbeitslosengeld angerechnet. Vorsicht: Wer als Arbeitsloser einem Nebenjob nachgeht, für den er mehr als 15 Stunden pro Woche arbeitet, gilt nicht mehr als arbeitslos. Er verliert also, unabhängig vom Zuverdienst, seinen Anspruch auf Unterstützung.
Rentner
Viele Menschen wollen auch im Alter nicht ganz auf einen Job verzichten. Einige fühlen sich fit genug, noch einem Job nachzugehen und andere sind auf einen Zusatzverdienst geradezu angewiesen. Allerdings befürchten viele Rentner, dass ihnen bei einem Zusatzverdienst die Rente gekürzt wird. Diese Befürchtung ist nicht ganz abwegig. Tatsächlich spielen die individuellen Lebensumstände eine große Rolle:
- Rentner, die 65 Jahre alt sind und eine Altersrente beziehen, haben nichts zu befürchten. Sie dürfen so viel nebenbei verdienen, wie sie möchten. Zwar haben sie auf ihr Zusatzeinkommen die üblichen Steuern abzuführen, aber ihre Rente darf nicht gekürzt werden.
- Bezieher einer Altersrente, die noch keine 65 Jahre alt sind, dürfen monatlich 345 € brutto zu ihrer Rente dazu verdienen. Wer mehr verdient, muss mit einer Kürzung seiner Rente rechnen. Um wie viel die Rente gekürzt wird, wird individuell berechnet. Die Rente wird in mehreren Stufen gekürzt: auf der ersten Stufe um ein Drittel, auf der zweiten Stufe um die Hälfte und auf der dritten Stufe um zwei Drittel. Abhängig von der Kürzung der Rente ist der Verdienst der letzten 5 Berufsjahre vor Bezug der Rente.
Rentner die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sollten sehr genau nachrechnen. Vielleicht lohnt sich ein Zusatzverdienst für Sie nicht. Auch bei der Steuer haben Sie einiges zu beachten:
- Wenn Sie als Rentner mehr als 400 € brutto im Nebenjob verdienen, dann müssen Sie Lohnsteuer sowie Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen.
- Wenn Sie noch keine 65 Jahre alt sind, dann fallen bei einem Verdienst von mehr als 400 € monatlich auch noch Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung an.
- Sind Sie 65 oder älter, dann fallen die Beiträge zu Renten- und Arbeitslosenversicherung weg. Der Arbeitgeber muss seinen Anteil allerdings zahlen.
Der Rentenversicherungsträger muss in jedem Fall über eine Nebenbeschäftigung informiert werden. Sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie sehr hohe Nachzahlungen leisten müssen.
Steuerlich begünstigte Nebenjobs
Es gibt einige Nebenjobs, die nicht so hoch besteuert werden wie andere. Mit diesen Jobs können Sie pro Jahr 1848 € steuerfrei verdienen. Es handelt sich um Tätigkeiten, die von kirchlichen, mildtätigen oder gemeinnützigen Organisationen vergeben werden. Wenn Sie nebenberuflich
- als Erzieher, Betreuer oder Ausbilder in einem Sportverein oder Jugendheim tätig sind
- künstlerischen Tätigkeiten nachgehen oder Vorträge halten
- kranke, alte oder behinderte Menschen pflegen
dann gehen Sie einer steuerlich begünstigten Beschäftigung nach. Wichtig ist aber, dass Sie die Arbeit nur nebenberuflich ausführen. Nebenberuflich bedeutet, dass die Arbeit maximal einem Drittel der Arbeitszeit eines Vollzeitjobs entsprechen darf. Bei einer 40-Stunden-Woche bedeutet das, dass Sie 13 Stunden pro Woche dieser Arbeit nachgehen dürfen. Dabei ist unerheblich, ob Sie einem Vollzeitjob nachgehen und wie viel Sie mit Ihrem Nebenjob verdienen. Für Arbeitslose, Rentner, Studenten und Hausfrauen ist das eine gute Gelegenheit sich etwas dazu zu verdienen.





